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Alles im grünen Bereich - Laborwerte verstehen, Laborwerte erklären

Wer kennt das nicht: Da geht man zum Arzt, um sich durchchecken zu lassen. Bestandteil des Untersuchungsprogramms ist oftmals die Blutuntersuchung. In der Besprechung heißt es dann, alles sei ok - oder eben auch nicht. Aber was bedeuten die einzelnen Veränderungen oder Abweichungen eigentlich? Welche Aussagekraft haben die einzelnen Laborwerte?

Eine der am häufigsten durchgeführten Untersuchungen ist das kleine Blutbild. Genau genommen handelt es sich dabei nicht um einen einzelnen Wert, sondern um eine festgelegte Kombination von Blutwerten.

Die Beziehungen dieser Werte untereinander sind vielfältig. Zudem stehen sie in Beziehung zu anderen Laborwerten und ergeben erst in der Zusammenschau einen kleinen Befund. Dennoch kann man einige bedeutsame Aussagen auch ohne tiefergehende Analyse ableiten.

Erythrozyten - rote Blutkörperchen

Sie machen den größten Teil der festen Blutbestandteile aus. Ihre Hauptfunktion ist der Transport von Sauerstoff ins Gewebe. Die Sauerstoffaufnahme erfolgt in der Lunge, die Abgabe im Gewebe. Auf dem "Rückweg" transportieren sie Kohlendioxid (CO2) aus dem Gewebe zurück in die Lunge, wo es ausgeatmet wird.

Männer und Frauen haben unterschiedliche Normwerte:

Frauen: 4,1 - 5,1 Millionen/µl
Männer: 4,5 - 5,9 Millionen/µl

Die Verminderung von Erythrozyten wird Anämie genannt. Wichtige Ursachen sind Blutverlust, Eisenmangel, Erkrankungen des Knochenmarks oder Vitaminmangel (Vitamin B12/Folsäure).
Krankhafte Vermehrungen sind viel seltener. Man nennt sie Polyglobulie oder Polycythämie. Hier sind die Ursachen meist entweder krankhaft im Sinne einer Bildungsstörung (Polycythämia vera) oder reaktiv bei Sauerstoffmangel (Höhenaufenthalte, Lungenerkrankungen).

Erythrozyten-Indices MCH, MCHC, MCV

  • MCH (mittlere corpuskuläre Hämoglobinmenge eines Erythrozyten)
  • MCHC (mittlere corpuskuläre Hämoglobinconzentration)
  • MCV (mittleres corpuskuläres Volumen)

Die Interpretation dieser Werte ist komplex. Sie dienen in erster Linie der Ursachenforschung bei der Abklärung einer Anämie (Eisenmangel, Vitamin-B-Mangel) oder anderer mit Veränderungen des Blutbildes einhergehender Erkrankungen (Lebererkrankungen, Bluterkrankungen, Alkoholismus). Die Angaben zu den Normalwerten können von Labor zu Labor geringfügig schwanken, sodass man stets die Referenzwerte des untersuchenden Labors zur Bewertung heranziehen sollte.

Leukozyten

Bei den Leukozyten handelt es sich nicht nur um eine Zellsorte, sondern um eine Gruppe von Blutzellen, die in unterschiedlicher Funktion Bestandteile des menschlichen Immunsystems sind. Man unterscheidet unter anderem Granulozyten, Lymphozyten und Monozyten. Ihre Aufgabe besteht u.a. in der Erkennung körpereigener und körperfremder Strukturen, in der Bildung von Antikörpern sowie in der Aufnahme und dem Abbau von Krankheitserregern und von körpereigenen Abbauprodukten.

Der Referenzbereich der Leukozytenzahl bei gesunden Erwachsenen liegt bei: 4.000-10.000 Zellen/µl bzw. 4-10 x 10³/l

Die Vermehrung der Leukozyten nennt man Leukozytose. Sie findet sich häufig im Rahmen von Infektionen, Tumoren oder Autoimmunerkrankungen. Aber auch in der Schwangerschaft oder bei regelmäßigem Rauchen können sie erhöht sein.
In seltenen Fällen kann auch eine Verminderung der Leukozyten beobachtet werden, was als Leukopenie bezeichnet wird. Ursache sind dann zumeist Erkrankungen des Knochenmarks oder bestimmte Infektionskrankheiten.

Thrombozyten

Die Thrombozyten sind für die Blutgerinnung wichtig. Wenn man sich verletzt, entsteht durch die damit verbundene Gefäßverletzung eine blutende Wunde. An die Verletzung des Gefäßes heften sich zunächst aktivierte Blutplättchen an. Mithilfe bestimmter Gerinnungsfaktoren vernetzen sie sich und bilden einen Blutpfropf, der die Wunde abdichtet.
Die Thrombozyten spielen allerdings auch bei der Entstehung der Gefäßverkalkung (Arteriosklerose) oder von Gefäßverschlüssen wie dem Herzinfarkt eine zentrale Rolle.

Der Normwert für die Thrombozyten liegt bei 140-360 Tausend/µl Blut.

Sind die Thrombozyten erhöht oder erniedrigt, kann das auf verschiedene Erkrankungen der Blutbildung im Knochenmark hindeuten. Eine verminderte Thrombozytenzahl äußert sich häufig durch kleine spontane Einblutungen in die Haut und wird Thrombopenie genannt. Auslöser sind zumeist Erkrankungen des Knochenmarks, Autoimmunerkrankungen oder der Einfluss externer Gifte wie bei einer Chemotherapie.
Eine Vermehrung der Thrombozyten wird auch Thrombozytose genannt und ist oft reaktiv nach vermehrtem Verbrauch (z. B. Blutung). Auch eine operative Entfernung der Milz, etwa nach einer Milzruptur (einem sog. Milzriss), kann eine Thrombozytose zur Folge haben.

Hämoglobin

Als Hämoglobin bezeichnet man den eisenhaltigen roten Blutfarbstoff in den Erythrozyten. Es ermöglicht den Sauerstofftransport im Körper. Die Bestimmung der Hämoglobinkonzentration (Hb-Wert) ermöglicht die Einschätzung der Sauerstofftransportkapazität des Blutes und dient der Aufdeckung von Anämien und Polyglobulien.

Der Normwert für Frauen liegt bei 12-16 g/dl, für Männer bei 13,5-17,5g/dl.

Hämatokrit

Als Hämatokrit bezeichnet man den prozentualen Anteil der zellulären (festen) Elemente im Blut. Dies sind die oben genannten Blutzellen. Der Hämatokrit wird üblicherweise in Prozent angegeben.

Die Normwerte für Männer und Frauen sind auch hier unterschiedlich:

Männer: 43-49 %
Frauen: 37-45 %

Die roten Blutkörperchen machen mit 96 % den größten Anteil davon aus, die Bestimmung erfolgt durch Zentrifugation. Ein hoher Hämatokritwert kann daher meist durch einen hohen Anteil an Erythrozyten im Blut (Doping, Höhenanpassung, Lungenerkrankungen, starkes Rauchen) oder Flüssigkeitsverlust des Patienten zustande kommen.
Ein niedriger Hämatokritwert kann durch die Störungen der Blutbildung, Nierenerkrankungen oder durch Infusionen (z. B. durch Gabe von Kochsalzinfusionen statt Blutkonserven bei Blutverlust) bedingt sein.

Groß statt klein

Ein kleines Blutbild plus ein sog. Differenzialblutbild ergeben das große Blutbild. Ein großes Blutbild darf nicht verwechselt werden mit umfangreichen Blutuntersuchungen, bei denen bspw. Leber-, Nieren- und Schilddrüsenwerte ermittelt werden. Beim großen Blutbild werden noch zusätzlich die Unterformen der weißen Blutkörperchen differenziert. Die Bestimmung von Granulozyten, Lymphozyten und Monozyten ermöglicht insbesondere weitergehende Betrachtungen bei der Diagnostik von Entzündungen, Stoffwechselerkrankungen und Krebserkrankungen.

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