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Was sind eigentlich Ausleitende Therapieverfahren?

Die Ausleitenden Verfahren sind ein bis auf Hippokrates zurückgehendes Therapiekonzept. Seine Folgerung aus der uralten Kenntnis von Zusammenhängen zwischen Körperinnerem und Hautoberfläche war, dass die Organe eines kranken Körpers gereinigt werden können, indem über äußere Maßnahmen schädliche Stoffe nach außen abgeleitet werden. Daraus resultiert der Begriff "Ausleitende Verfahren". Wir wollen uns hier mit den vier bekanntesten Ausleitungsverfahren beschäftigen.

Der Aderlass

Der Aderlass ist ein seit Jahrtausenden übliches Verfahren. Hippokrates wendete ihn als krampf- und schmerzstillendes, aber auch als entzündungshemmendes Mittel an und empfahl den Aderlass als eine der wichtigsten konstitutionsverbessernden Therapien.

Beim Aderlass handelt es sich um einen therapeutischen Blutentzug. Die entnommene Blutmenge (je nach Konstitution des Patienten zwischen 50 und 500 ml) wird vom Körper sofort mit einem verstärkten Einströmen von Gewebeflüssigkeit in die Blutbahn beantwortet. Dadurch wird das Blut verdünnt und gereinigt. Die von Hippokrates beschriebenen therapeutischen Eigenschaften des Aderlasses gelten   noch heute. Darüber hinaus greift der Aderlass in vegetativ-hormonale Abläufe ein und wirkt vegetativ umstimmend.

Die Baunscheidt-Behandlung

Die Ausleitung kommt bei dieser Methode über einen künstlich erzeugten Hautausschlag zu Stande. Dieser Hautausschlag wird durch Zusammenwirken zweier Komponenten provoziert, das erstmals durch den deutschen Mechaniker Carl Baunscheidt (daher der Name des Verfahrens) beschrieben wurde: Die Haut wird durch Nadelstiche geringfügig verletzt; die Nadelstichstellen werden mit einem hautreizenden Öl eingerieben. Zur Stichelung erfand Baunscheidt den so genannten Lebenswecker.

Dieser Lebenswecker zeichnet sich durch 33 feine Stahlnadeln in einer kreisförmigen Scheibe aus, die mittels einer Spiralfeder auf- bzw. abbewegt werden können. Das Gerät ist so konstruiert, dass die Nadeln nicht tiefer als 1 bis 2 mm in die Haut eindringen. Nun werden die Nadelstichstellen mit dem hautreizenden Oleum Baunscheidtii eingerieben, das einen intensiven Heilausschlag provoziert. Die behandelten Stellen werden nun mit einem Verband abgedeckt, der nach einem Tag wieder entfernt wird. Dann soll sich zum Zeichen des äußeren Erfolges ein kleinpustulöser1 Ausschlag zeigen.

Baunscheidt-Anwendungen können rheumatische Beschwerden oft sehr rasch bessern bzw. beseitigen und innere Organe über bestimmte Hautareale beeinflussen.

1 Pustula = mit Eiter gefülltes Bläschen auf der Haut

Die Blutegel-Therapie

Die Blutegel-Behandlung stammt aus der Volksmedizin und wird in Europa erstmalig um 200 v. Chr. erwähnt. Die 2 - 4 cm großen Verwandten des Regenwurms tragen drei Kiefer, die mit scharfen Zähnen besetzt sind und deren Bisswunde die Form eines dreizackigen Sterns hat. Blutegel (Hirudo medicinalis) beißen eine millimetergroße Wunde in die Haut. Sobald sie sich vollgesogen haben, fallen sie von selbst wieder ab. Die Wirkung der Blutegel-Therapie ist auf den Blutverlust und die speziellen Blutegelwirkstoffe zurückzuführen. Das von den Blutegeln abgesonderte Hirudin wirkt nicht nur an der Bissstelle, sondern insgesamt entzündungs- und gerinnungshemmend. Andere Blutegelwirkstoffe haben durchblutungsfördernde Eigenschaften. Durch den Blutverlust (ca. 10 ml) und die mehrere Stunden andauernde erwünschte Nachblutung (ca. 20 - 40 ml) kommt die Wirkung eines sehr sanften Aderlasses hinzu.

So wirkt die Blutegel-Therapie insgesamt blutreinigend, gerinnungs- und entzündungshemmend, entgiftend, entstauend und krampflösend. An der Bissstelle kommt es zum Abfluss entzündlicher Flüssigkeitsansammlungen. Es werden also Gifte und Stoffwechselschlacken ausgeleitet.

Das Schröpfen

Auch das Schröpfen hat eine uralte Tradition, so gibt es Überlieferungen aus dem alten Ägypten und dem klassischen Griechenland.

Das Schröpfen ist - wie der Aderlass, die Baunscheidt-Behandlung und die Blutegel-Behandlung - ein Ausleitungsverfahren. Darüber hinaus ist es aber auch eine Reflextherapie (bestimmte Areale der Haut können Organe bzw. Organsysteme reflektorisch beeinflussen). Glocken aus Glas werden auf bestimmte Hautbezirke (Schröpfreflexzonen) des Rückens gesetzt; erzeugt man in ihnen einen Unterdruck (Abpumpen oder Erwärmen der Luft), wölbt sich die Haut in das Glas hinein und wird dadurch stark durchblutet. Das Blut wird also in die Haut gesogen (trockenes Schröpfen) und fließt, nach vorherigem Einritzen der Haut, nach außen ab (blutiges Schröpfen). Schröpfen wirkt nicht nur lokal (z. B. bei Schmerzen), sondern kann über viszerokutane Reflexe2 auch auf innere Organe Einfluss nehmen. So können funktionelle Störungen und Erkrankungen unterschiedlicher Organsysteme positiv beeinflusst werden.

2 Bestimmte Hautareale sind mit inneren Organen durch Nervenbahnen verbunden. Diese so genannten viszerokutanen (Viszera = Sammelbezeichnung für die im Inneren der Schädel-, Brust-, Bauch- und Beckenhöhle gelegenen Eingeweide - Kutis = Haut) Reflexe vom funktionsgestörten oder organisch erkrankten Organ über das Rückenmark zur Haut können therapeutisch genutzt werden.

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