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Wie sich Lebensversicherer auf die längere Lebenszeit einstellen

Bislang haben die Statistiker nur gerechnet, jetzt steht es fest: Die Lebenserwartung in Deutschland ist in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen, wie aus der ersten amtlichen Sterbetafel seit der Wiedervereinigung hervor geht. Lebensversicherer, die ihren Kunden eine lebenslange Rentengarantie geben, müssen diesen Trend in ihren Kalkulationen besonders berücksichtigen.

Laut der "allgemeinen Sterbetafel 2010/2012“ werden neugeborene Jungen im Durchschnitt 77,7 Jahre alt, Mädchen sogar 82,8 Jahre. Das hat heute das Statistische Bundesamt bekannt gegeben. Damit ist die Lebenserwartung in einer vergleichsweise kurzen Zeitspanne von 25 Jahren erheblich gestiegen, nämlich um vier Jahre und neun Monate für Mädchen und sogar um sechs Jahre für Jungen.

Für die Lebensversicherer sind die neuen statistischen Ergebnisse von großer Bedeutung. Da eine private Rentenversicherung den Kunden eine lebenslange Rente in garantierter Höhe verspricht, müssen die Versicherer die steigende Lebenserwartung in ihrer Kalkulation von Anfang an berücksichtigen.

Wie alt wird die nächste Generation?

Die heute veröffentlichte Sterbetafel lässt allerdings keine Rückschlüsse darüber zu, wie sich die Lebenserwartung in den nächsten 25 Jahren entwickeln wird. Denn es handelt sich um eine so genannte Periodensterbetafel: Aus dieser lässt sich ablesen, wie viele weitere Lebensjahre Menschen eines bestimmten Alters bei unveränderten Rahmenbedingungen im Durchschnitt noch vor sich haben.

Versicherer müssen aber Annahmen über die weitere Entwicklung der Lebenserwartung treffen, da sie langfristige Leistungsversprechen geben. Eine Kalkulation auf Grundlage einer Periodensterbetafel wäre viel zu riskant, da diese die langfristig steigende Lebenserwartung nicht berücksichtigt. Das zeigt auch ein Blick in die Vergangenheit.

Sterbetafeln des Statistischen Bundesamtes keine gute Kalkulationsgrundlage

Nach der Sterbetafel 1986/88 des Statistischen Bundesamts hätten im Jahr 1987 von 100.000 65-Jährigen im Jahr 2007 21.770 das 85. Lebensjahr erreicht. Tatsächlich waren es 2007 dann 32.427 Männer. Hätten die Lebensversicherer mit der Periodensterbetafel gerechnet, wäre für 10.657 Personen – also über 30 Prozent – kein ausreichendes Kapital angespart worden, oder im Sinne der Gemeinschaft hätte die Leistung für alle deutlich reduziert werden müssen.

Deshalb kalkulieren Lebensversicherer auf Basis von Generationensterbetafeln der Deutschen Aktuarvereinigung (DAV). Bei einer Generationensterbetafel werden die Sterbefälle eines Geburtenjahrgangs über die gesamte Lebenszeit hinweg betrachtet. Damit lassen sich Veränderungen der Lebenserwartung im Zeitverlauf aufzeigen, beispielsweise eine steigende Lebenserwartung durch den medizinischen Fortschritt.

Kollektiv ist nicht gleich Kollektiv

Zudem berücksichtigt die DAV, dass sich die Lebenserwartung der Durchschnittsbevölkerung erfahrungsgemäß von der Lebenserwartung im Versichertenkollektiv unterscheidet. Dies liegt unter anderem daran, dass sich gesunde Menschen eher für den Abschluss einer Rentenversicherung entscheiden als Menschen mit gesundheitlichen Einschränkungen und einer dementsprechend statistisch kürzeren Lebenserwartung.

Und schließlich müssen Versicherer jenseits aller statistischen Berechnungen einen "Sicherheitspuffer“ einkalkulieren, um das lebenslange Leistungsversprechen unter allen Umständen einhalten zu können. Dem Versichertenkollektiv geht dadurch nichts verloren: Haben Versicherungen die Entwicklung der Lebenserwartung zu hoch eingeschätzt, entstehen so genannte Risikoüberschüsse, die sie an die Versicherten ausschütten. Gesetzlich ist dabei durch die Mindestzuführungsverordnung geregelt, dass mindestens 90 % der Risikoüberschüsse an die Versicherten ausgeschüttet werden müssen.

Gruppe bei der Gymnastik

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