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Ganz schön übel - die Reisekrankheit

Der ein oder andere kennt es sicherlich: Bei der Fahrt über die Serpentinen in den Bergen, während der Schifffahrt oder auf der Aussichtsplattform eines Wolkenkratzers wird man plötzlich blass, kriegt Kopfschmerzen und Schweißausbrüche, einem wird übel und manch einer muss sich sogar übergeben … Von der sogenannten "Reisekrankheit" sind zahlreiche Menschen – zumeist Kinder und Jugendliche – betroffen. Wie es dazu kommt und was Sie vorbeugend dagegen tun können, lesen Sie hier.

Koffer für den Urlaub gepackt - Vorsicht: die Reisekrankheit In der Medizin heißt sie schlicht "Kinetose" (vom griech. Kinein, "bewegen"), im normalen Sprachgebrauch ist sie als Reise- bzw. Bewegungskrankheit bekannt. Unterschieden wird sie in:

  • die Seekrankheit: Sie zeigt sich meist auf Schiffen oder anderen Wasserfahrzeugen
  • die Landkrankheit: Hier treten die Symptome erst auf, wenn man wieder festen Boden unter den Füßen hat, z. B. nach einer Schiffsreise. Das Gefühl, dass sich der Boden bewegt, kann zu Schwindel un einem flauen Gefühl in der Magengegend führen.
  • die eher selten auftretende Flugkrankheit: Dem Betroffenen wird während einer Flugreise übel
  • die Raumkrankheit: Denn auch Astronauten können reisekrank werden - durch die fehlende Schwerkraft wird manchen Menschen im All ebenfalls schwindelig und übel.

Wie kommt's?

Gehen, laufen, stehen, liegen … ein menschlicher Körper muss ständig bewusste und unbewusste Bewegungen koordinieren, um das Gleichgewicht zu halten. Um die genaue Lage im Raum einschätzen zu können, müssen verschiedene Signale von verschiedenen Sinnesorganen verarbeitet werden: Von den Augen, den Muskeln und Sehnen und vom Gleichgewichtsorgan. Und wenn es zu einem Konflikt zwischen diesen Sinneseindrücken kommt, reagiert der Körper – zum Beispiel mit Übelkeit.

Das Gleichgewichtsorgan in unserem Innenohr erfasst die Drehbewegungen des Kopfes und nimmt die horizontalen und vertikalen Bewegungen im Raum wahr. Jede Veränderung wird aufgenommen und als elektrisches Signal an die zuständigen Nerven im Gehirn weitergegeben.

Daneben senden auch die sogenannten Propriorezeptoren, die vor allem in den Muskeln und Sehnen sitzen, Signale ans Gehirn.

Als dritte Informationsquelle dienen die Augen – mit ihnen nehmen wir den eigenen Körper im Raum wahr. Dabei orientieren wir uns beispielsweise am Horizont, am Fußboden oder an einer Tischplatte. Denn wir sind daran gewöhnt, dass diese uns eine waagerechte Orientierungsachse bieten. Von Wänden und Straßenlaternen wissen wir hingegen, dass sie immer senkrecht verlaufen. Gerät dieser von uns verinnerlichte visuelle Eindruck ins Wanken, wanken wir mit. Die Informationen, die unser Gehirn normalerweise zu einem sinnvollen Bild zusammensetzt, werden widersprüchlich. Zum Beispiel, wenn Sie als Beifahrer den Stadtplan studieren: Die Augen und Muskeln signalisieren Stillstand (lesen und sitzen), das Gleichgewichtsorgan vermeldet allerdings Schwankungen und Erschütterungen. So entsteht das Gefühl der Reisekrankheit. In der Regel mit den Symptomen:

  • Kopfschmerzen
  • Schweißausbrüche
  • Übelkeit und Erbrechen
  • Schwindel
  • Blässe
  • schneller Atem

Viele Betroffene erholen sich relativ schnell von der Reisekrankheit, sobald die Sinneseindrücke wieder im Einklang sind. Bis es soweit ist möchte manch einer allerdings lieber sterben.

Schwanken, Ruckeln, Wanken, Schaukeln

Wie stark der Reiz sein muss, um eine Reisekrankheit auszulösen, ist von Mensch zu Mensch unterschiedlich. Kinder zwischen zwei und zwölf Jahren sind besonders anfällig für die Reisekrankheit. Babys sind hingegen nicht betroffen, da der Gleichgewichtssinn noch nicht vollständig ausgeprägt ist. Ab dem Jugendalter werden die meisten Menschen unempfindlicher.

Das können Sie vorbeugend tun, um die Reisekrankheit abzuschwächen oder sogar zu vermeiden:

  • vor Reiseantritt eine Kleinigkeit essen. Nichts zu fettiges, sondern etwas Leichtes, zum Beispiel Obstsalat oder belegte Brote.
  • Fahren Sie, sofern möglich, selbst. Es gibt das Phänomen, dass dem Fahrer bei Autoreisen selbst nicht übel wird - vermutlich, weil er seinen Blick konstant auf der Straße hält.
  • in Bussen und Bahnen sichern Sie sich am besten einen Fensterplatz in Fahrtrichtung.
  • bei einer Autofahrt sitzen Sie gut auf dem Beifahrersitz, in einem Reisebus in der vordersten Reihe. Die Schwankungen sind in der Mitte eines Busses eher gerin - hier können Sie also ebenfalls gut sitzen.
  • Im Flugzeug kann es helfen, auf Höhe der Tragflächen zu sitzen. Hier ist ein Platz am Gang oft sinnvoller, denn manchen Reisekranken tut es gut, zwischendurch ein wenig im Gang auf und ab zu gehen.
  • Wirkstoffe bzw. Medikamente gegen die Reisekrankheit gibt es als Tabletten, Kaugummis oder Pflaster in der Apotheke. Medikamente nehmen Sie am besten 30 bis 60 Minuten vor Reiseantritt. Wenn es lieber "natürlich" versuchen möchten, kann Ingwer helfen: Das Kauen auf der Knolle oder in Form von Ingwerwasser kann da Gefühl der Übelkeit reduzieren.

Maßnahmen während der Reise:

  • Richten Sie den Blick in die Ferne, am besten auf die Straße oder den Horizont
  • Lesen oder Spielerein mit dem Handy sollten Sie möglichst vermeiden - denn das kann die Symptome der Reisekrankheit verstärken
  • Wenn Sie sich bereits schlecht fühlen und die Möglichkeit haben, legen Sie sich hin und schließen Sie die Augen. Im Schlaf ist der Gleichgewichtssinn weitestgehend ausgeschaltet und die visuellen Eindrücken fallen weg.

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