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eCall – Der automatische Retter

Nach den Plänen der EU-Kommission soll "eCall", eine digitale Notruftechnik, Autofahrer in Zukunft besser schützen. Das System könnte ab Oktober 2015 in allen Neufahrzeugen Pflicht werden. Am 11.02. hat der Ausschuss für Binnenmarkt und Verbraucherschutz des Europäischen Parlaments dafür gestimmt, dass eine standardisierte Schnittstelle in der eCall-Gesetzgebung verbindlich verankert wird. Zukünftig könnte eCall vielen verunglückten Autofahrern das Leben retten.

Nachts auf der Landstraße: ein schwaches Licht, ein zerbeulter Wagen, der von der Fahrbahn abgekommen und frontal gegen einen Baum geprallt ist. Aus dem Kühler dampft es nicht mehr, die Airbags hängen schlaff am Lenkrad herunter. Der Unfall muss sich vor zwanzig oder gar dreißig Minuten ereignet haben. Genau weiß das keiner. Weder der Unfallmelder noch die Polizisten vor Ort. Der herbeigerufene Notarzt kann nur noch den Tod des Fahrers feststellen, vermutet aber: Das Opfer war unmittelbar nach dem Aufprall noch am Leben, hätte vielleicht gerettet werden können. Es sind solche Fälle, die einen erschaudern lassen. Und es sind solche Zahlen, die einen wachrütteln: Täglich kommen in Europa durchschnittlich 85 Menschen bei einem Verkehrsunfall ums Leben.

Zeitraum zwischen Unfall und Anrücken der Rettungskräfte verringern

Die EU-Kommission hat deshalb ein automatisches Notrufsystem für Autos auf den Weg gebracht. Es trägt den Namen eCall (emergency call). Das Ziel: Es soll den Zeitraum zwischen einem Unfall und dem Anrücken der Rettungskräfte deutlich verkürzen, kurz: Menschenleben retten.

Die Funktionsweise ist einfach: Sensoren in der Fahrzeugelektronik erkennen einen schweren Unfall, das System sendet automatisch einen eCall an die zuständige Rettungsstelle – inklusive Positionsangabe und zuletzt eingeschlagene Fahrtrichtung des Fahrzeugs. Nahezu parallel baut der Bordcomputer eine Sprechverbindung zu den Fahrzeuginsassen auf. Laut dem Bundesverkehrsministerium hat ein länderübergreifender Praxistest ergeben, dass in 90 Prozent aller Fälle eine Verbindung zur Notrufzentrale innerhalb von 25 Sekunden hergestellt wurde, in 97 Prozent der Fälle innerhalb von 45 Sekunden. Schätzungen zufolge könnte eCall etwa 2.500 Menschen pro Jahr vor dem Tod bewahren.

Versicherungswirtschaft unterstützt eCall

Ab Oktober 2015, so der Plan der EU, sollen alle Neufahrzeuge mit eCall ausgestattet sein. Die deutschen Versicherer unterstützen das Vorhaben der EU ausdrücklich. "Wir wollen natürlich, dass allen Unfallopfern schnellstmöglich geholfen wird – gerade Schwerverletzten", sagt Karsten Linke, Referent für Kraftfahrt Betrieb und Schaden beim GDV. Dennoch müsse man bei der Umsetzung des EU-Plans auch andere Aspekte berücksichtigen.

Mit dem Einbau des automatischen Notrufsystems wird die bereits vorhandene Bordelektronik in Kraftfahrzeugen um eine essentielle Leistung erweitert: Sie wird vernetzt. Diese Vernetzung erlaubt dem Autobesitzer, zahlreiche Zusatzdienste in Anspruch zu nehmen, die über die Notrufmeldung hinausgehen: etwa Assistance-Leistungen bei einer Panne, aber auch Telematik-Leistungen, wie die Ortung des Autos bei Diebstahl. "In der Gesetzgebung ist dabei entscheidend, dass der Verbraucher frei wählen kann, wer diese Zusatzleistungen für ihn erbringt – beispielsweise sein Versicherer, eine freie Werkstatt, Automobilhersteller, Assisteur oder Automobilclub", sagt Linke.

Offene Plattform mit standardisierten Schnittstellen notwendig

Um dies zu gewährleisten, ist die Einrichtung einer sicheren und offenen Telematik-Plattform mit standardisierten Schnittstellen für den eCall und die Zusatzdienste nicht nur von großem Vorteil, sondern auch notwendig. "Denn eins ist klar“, sagt Linke, "alle im und vom Auto erhobenen Daten sollten dem Kunden gehören. Er allein sollte entscheiden, ob und welche Daten er gegebenenfalls welchem Dienstleister zur Verfügung stellt." So sieht es auch die EU-Kommission. eCall, so heißt es dort, ist als "schlafendes System" gedacht, das nur im Fall eines Unfalls aktiv wird und Daten überträgt, um Menschenleben zu retten. "Das ist auch gut so. Alles weitere sollte dem Verbraucher überlassen werden", sagt Linke.

eCall - der automatische Retter

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