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Körpersprache - das fühlt Ihr Hund

Wir Menschen zeigen unsere Gefühle deutlich mit unserer Mimik oder Gestik. Auch Hunde zeigen dies mit Ihrer Körpersprache - doch es ist wesentlich schwieriger, sie zu interpretieren. Wie erkenne ich, dass mein Hund gestresst oder ängstlich ist? Wann ist er glücklich oder traurig? Und wie verhalte ich mich richtig vor dem Hund?

Wie gehe ich richtig auf einen Hund zu?

Vor allem bei Welpen sind wir oft hektisch oder aufgedreht und verwenden Kommentare wie: „Ooohh, ist der putzig!“. Suchen Sie lieber mit ruhigem Auftreten den Kontakt zum Hund und lassen Sie sich ausgiebig beschnuppern, so können negative Reaktionen, wie ein Beißen, umgangen werden.

Der Hund sollte auf keinen Fall überfordert werden, deshalb gilt: Lassen Sie nie ein Kind direkt auf einen fremden Hund zu rennen. Der Vierbeiner kann das Kind als eine Gefahr wahrnehmen und nach ihm schnappen.

Wichtig ist auch: Nicht zu viel auf einmal! Kommt ein Hund in eine neue Gruppe von Menschen, braucht dieser erst einmal Zeit, die Personen „abzuchecken“. Wenn in diesem Moment alle Menschen auf ihn eingehen und anfassen bzw. streicheln wollen, kann das den Hund überfordern und Angst auslösen. Geben Sie dem Kleinen Zeit und Ruhe bei der Beschnupperung: Halten Sie ihm erst Ihre Hand hin und lassen Sie ihn schnuppern. Er erkennt Sie durch Ihren Geruch. Dies sollten Sie auch Kindern von Anfang an erklären. Dieser „Ablauf“ beruhigt den Vierbeiner und so steht dem angenehmen Zusammentreffen nichts mehr im Weg.

Was bedeutet die Körpersprache meines Hundes und wie erkenne ich seine Gefühle?

  • Schwanzwedeln: Das Wedeln mit dem Schwanz wird bei vielen Hundebesitzern als Freude angesehen, doch es kann auch Aufregung bedeuten. Steht beispielsweise ein großer Familienbesuch an, möchte der Hund stets den Überblick über die Situation behalten und wedelt während des „Abcheckens“ der Besucher mit dem Schwanz. Ebenso beim Spielen: Sucht der Hund z. B. ein Spielzeug, wedelt er ebenfalls mit seinem Schwanz. Das heißt aber nicht unbedingt, dass er sich freut. Er beruhigt sich damit selbst, bis er das Gesuchte gefunden hat.
  • Zufrieden- und Gelassenheit: Ihr Hund macht einen entspannten Eindruck, indem er zum Beispiel in liegender Pose seine Augen geschlossen hat und seine Muskeln locker sind. Auch leicht nach hinten liegende Ohren sind ein Zeichen für Wohlfühlen und Geborgenheit. Ein offener Mund, der dem Lächeln eines Menschen ähnelt, strahlt ebenfalls die Zufriedenheit des Hundes aus.
  • Angst und Unsicherheit: Trifft Ihr Hund auf einen Artgenossen, der ihm Angst macht, erkennt man das schnell an seiner Körperhaltung. Er steht dann meist mit eingeknickten Hinterbeinen da, die Ohren sind angelegt und der Schwanz ist eingezogen. In schlimmeren Fällen können auch Zittern oder erweiterte Pupillen hinzukommen, vor allem dann, wenn der Hund überfordert ist oder in Panik gerät. Um sich selbst in diesem Zustand zu beruhigen, gähnen die Vierbeiner. Sie können Ihren Hund in solchen Situationen - ähnlich wie kleine, ängstliche Kinder - beruhigen: Reden Sie ruhig auf ihn ein oder streicheln Sie ihn sanft. So können Sie Ihrem Vierbeiner das Gefühl vermitteln, dass Sie bei ihm sind und er sich nicht fürchten muss.
  • Aggression: Mit einer angespannten Haltung des Körpers, meist verbunden mit einem Lefzen oder Knurren, zeigt der Hund Aggressivität. Die Ohren zeigen nach vorne und die Beine sind durchgestreckt. In schlimmen Fällen kann der Hund auch die Zähne blecken. Hier ist Vorsicht geboten! Bleiben Sie ruhig und ignorieren Sie am besten das Verhalten des Hundes. Verhält sich Ihr Tier aggressiv gegenüber einem Gleichgesinnten, lassen Sie ihn nicht laufen. Zeigen Sie ihm, dass er gehorsam sein und bei Ihnen bleiben soll. Wichtig ist, dass Sie selbst in diesen Momenten ruhig und klar sind, Sie sind das Herdentier und müssen sich souverän fühlen. Eigene Panik kann die Situation für Ihren Hund verschärfen, da Sie ihm suggerieren, dass auch Sie Angst haben (auch wenn sich IHRE Angst auf die Unkontrollierbarkeit Ihres Hundes bezieht und nicht, wie Ihr Hund missverständlich versteht, auf die Gefahr der Gesamtsituation). Wichtig: Sollte ein fremder Vierbeiner mit Ihrem Hund kämpfen oder raufen: Greifen Sie nicht ein! Damit können Sie sich selbst in große Gefahr bringen. Reden Sie stattdessen in einem strengen Ton auf ihn ein oder lenken Sie ihn (von dem fremden Tier) Mithilfe eines Leckerlis oder Spielzeugs ab.
  • Spiellaune: Will Ihr Hund nur spielen, erkennen Sie das meist an großen Augen, heftigem Schwanzwedeln oder Gesten wie Drehungen um die eigene Achse. Meist duckt er auch den vorderen Teil des Körpers, um zu signalisieren, dass er gerne etwas Spaß und Aufregung möchte. Doch auch beim Spielen heißt es aufpassen: Schnappt der Hund nach Ihnen, zeigt er, dass es ihm zu turbulent wird. Auch hier dürfen Sie Ihrem Hund mit klarer und tiefer Stimme Orientierung geben; Strahlen Sie Ruhe und Souveränität aus. Dann wird sich Ihr Hund an Ihnen orientieren und Sie als Rudelführer akzeptieren. Auch ein Bellen kann eine Spielaufforderung sein. Doch in ein Bellen lässt sich viel hinein interpretieren. Warten Sie deshalb stets auf klare Zeichen Ihres Hundes, bevor Sie handeln.

Ihr Hund will verstanden werden. Also beobachten Sie Ihren Vierbeiner und denken nicht sofort zu wissen, was er gerade von Ihnen braucht. So wie bei uns Menschen gilt es auch bei unseren haarigen Freunden genau hinzuschauen, bevor wir urteilen.

Mit freundlicher Genehmigung von Doctor Bark

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